Von der Gründung 1894 bis 2007

verfasst 2007 von Dirk Hölzel

Der Rassegeflügel- Zuchtverein Radevormwald wurde 1894 in einer kleinen Gastwirtschaft (Schenkwirtschaft) bei Ewald Wellershaus vor der Mark am Rande von Radevormwald gegründet.

Gründer des Rassegeflügel- Zuchtverein waren Ewald Wellershaus, Robert Fliege, Robert Gerbig, Ewald und Emil Burgmann, Emil Hummeltenberg, Fritz Melskotte, Lehrer Hackstein, Albert Feckinghaus und Heinrich Blätgen.
Die einzelnen Namen sind aufgeführt worden, weil zu jener Zeit Robert Gerbig Sparkassenrendant und Hackstein Lehrer waren und darüber akribisch Buch führten. Bei der Gründerversammlung war ebenfalls ein Schüler anwesend, welcher aber zu damaliger Zeit nicht aufgenommen werden konnte. Da der RGZV immer mehr Mitglieder bekam, wurde das Gründungslokal zu klein und man musste sich nach einem größerem Lokal umschauen. Dieses wurde auch gefunden, es war das Hotel zur Post, Inhaber Richard Fasbender.

Die erste Ausstellung in Radevormwald war am 17. – 19. November 1903 im Saal Fischer, Hölterhof.
Diese Ausstellung war mit über 800 Tieren bestückt. Auf dieser Ausstellung wurde schon eine Brutmaschine der Firma Satorius, Göttingen vorgeführt, Grösse 80 stück Eier. Schlupftag war der 17. – 19. November, so dass das Schlüpfen beobachtet werden konnte. Zuchtfreund Rektor Spratte stand an der Maschine und gab auf Fragen Auskunft.

Die zweite Ausstellung war am 17. – 19. Oktober 1904 in der Turnhalle Bredderstrasse. 1905 wurde der Kreisverband Bergischer Geflügelzüchter gegründet. Diesem Verband schlossen sich die Vereine Lennep, Hückeswagen, Ronsdorf, Wermelskirchen und Radevormwald an. Erster Vorsitzender wurde Rektor Spratte aus Radevormwald. Die erste gemeinsame Ausstellung war in Lennep und die zweite Ausstellung 1907 in Radevormwald im Saal Lindenhof.

Im Juni 1910 haben sich der Rassegeflügel- und der Kaninchen- Zuchtverein zusammengeschlossen. Sie gaben dem Verein den Namen: Rassegeflügel und Kaninchenzuchtverein.

Am 14. November 1910 war die erste gemeinsame Ausstellung im Saal Lindenhof. Vor dem ersten Weltkrieg verkaufte Robert Fliege 1,4 Bergische Kräher an den Zaren von Russland. Die Züchter beschickten schon vor dem ersten Weltkrieg große Ausstellungen wie Dresden, Leipzig, Frankfurt und Elberfeld. In den Kriegsjahren war des öfteren eine Anzeige in der Zeitung , wann die Monatsversammlung sein soll.

Am 24. Oktober 1915 waren die Geflügelhalter und Kleingartenliebhaber von Rektor Spratte eingeladen, um einen Verein zu gründen. Der Grund war, Hühnerfutter und Sämereien zu bekommen. An diesem Tag wurden über 80 Mitglieder aufgenommen, der Name des Vereins war: Gartenbau- und Geflügelzuchtverein. Der Rassegeflügel -Zuchtverein blieb aber bestehen.

1918 richtete Rektor Spratte auf dem Stadtgut Kollenberg eine Brutstation ein, Fassungsvermögen 6000 Eier Es gab aber in darauf folgenden Jahren kein Notiz über Erfolge. Am 15. Oktober 1921 wurde die Brut- und Zuchtanlage von der Landwirtschaftskammer begutachtet, und die Herren waren sehr zufrieden und versprachen, die Zuchtanlage finanziell zu unterstützen.

Im März 1925 wurden in der Tageszeitung Eintagsküken von rehf. Italiener und weiße Leghorn angeboten: Brutanstalt Kollenberg. 1926 wurde die Brutgemeinschaft aufgegeben, da kein Erfolg zu vermelden war und auch die Gelder fehlten. Der Verkauf der Brutmaschine wurde einem guten Zweck zugeführt.

In den folgenden Jahren waren nur Versammlungstermine in den Zeitungen und Termine von Ausstellungen in den Nachbarvereinen, die von unseren Züchtern beschickt wurden.

In der Zeit von 1933 bis 1945 wurden vom Verein nur verbilligte Futtermittel in der Presse angeboten. 1948 war nach dem Krieg die erste Ausstellung und zwar aus Anlass des 50- jährigen Bestehens des Rassegeflügel-Zuchtvereins Radevormwald. In den folgenden Jahren musste oft eine Lokalschau ausfallen, der Grund war immer die Saalfrage. 1952 war dann wieder eine Ausstellung und zwar im Saal Fasbender. 1957 war eine Kreisschau in Radevormwald, Turnhalle Bredderstrasse. Bis 1960 war dann jedes Jahr eine Ausstellung, 1960 war dann die letzte Ausstellung bei Fasbender, da der Saal nicht weiter genutzt werden durfte, aufgrund von Baufälligkeit. Ein Jahr später wurde das Hotel komplett geschlossen. In den folgenden Jahren fand keine Ausstellung mehr statt, da kein Ausstellungslokal gefunden werden konnte.

Im Jahr 1974 haben wir gemeinsam mit dem Verein Vogelsmühle bei Ülfer in Herbeck die Ausstellung durchgeführt, und bis 1980 jedes Jahr. Einige Jahre war die Ausstellung dann in der Turnhalle Bredderstrasse untergebracht, bis die an uns gestellten Auflagen nicht mehr zu erfüllen waren. Einige Jahre war unsere Lokalschau in der Brieftaubenhalle.

2005 fand zum ersten Mal eine Hähnewettkrähen am Heidersteg statt. Der Verein in heutiger Zeit (2007 – Anm. d. Redaktion) hat 29 Mitglieder und 6 Jungzüchter. Eine regelmäßige Zusammenkunft findet jedes viertel Jahr statt und unser Vereinslokal ist „Am Matt“, Radevormwald.

Am 1. März 2007 wurde in feierlicher Atmosphäre ein neuer Vorsitzender gesucht und in Dirk Hölzel gefunden. Er wurde von den anwesenden Mitgliedern einstimmig gewählt. Zweiter Vorsitzender wurde Michael Kerkhoff. Als seine letzte Amtshandlung ernannte Theo Bußmann Wolfgang Zielke zum Ehrenmitglied. Theo Bußmann wurde durch den neuen ersten Vorsitzenden zum Ehrenvorsitzenden ernannt.


Ende Text Dirk Hölzel.

Bisherige Vorsitzende des Vereins:

1894 – 1905 : Ewald Wellershaus
1906 – 1939 : Rektor Spratte
1940 – 1948 : Hugo Melskotte
1949 – 1952 : Ernst Schlegel
1953 – 1955 : Paul Karthaus
1956 : Max Stricker ( kommissarisch) 
1956 – 1991 : Erich Fliege 
1991 – 2007 : Theo Bußmann
2007 : Dirk Hölzel
2007 – 2011 : Theo Bußmann (kommisarisch)
2011 – bis heute : Wolfgang Zielke


2019 war ein Jubiläumsjahr für den Verein.